Musik zum Tanzen
Musik zum Tanzen
Ein Vorwort der Redaktion
Friederike Boll, Dana Lüddemann, Konrad Macholdt und Alex Wagner
Die Europäische Union als Akteurin und als Feld politischer Auseinandersetzungen ist nicht mehr weg zu denken. Ob in der Bildungs-, Arbeits- oder Asylpolitik – die EU beeinflusst inzwischen nahezu alle Felder unserer alltäglichen politischen Arbeit. Unübersehbar sind etwa Veränderungen durch den Bologna-Prozess oder das Dublin-II-Abkommen. Oder die gravierenden Einschnitte ins alltägliche Leben, wie durch die Bolkestein-Richtlinie, die die Erbringung von Dienstleistungen innerhalb der EU über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinaus erleichtern sollte und in Folge derer das Umgehen von Mindestlöhnen, Mindesturlaubszeit und Arbeitsschutzmaßnahmen möglich wurde. Umso wichtiger ist es, sich aus einer emanzipatorischen Perspektive mit der EU auseinander zu setzen. Staatsapparate entstehen, politische Entscheidungsmacht verlagert sich – dennoch beschäftigt sich die Linke kaum mit der Europäischen Union. GehaltvolleTexte für die politische Meinungsbildung lassen sich nur vereinzelt aufzuspüren.
Mit diesem Sammelband wollen JungdemokratInnen/ Junge Linke einen Anfang machen, diese Lücke zu schließen und die gegebene politische Situation der Europäischen Union aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Da sich unseres Erachtens in emanzipatorischen Zusammenhängen immer noch zu wenig mit Europa als politischem Handlungsfeld auseinandergesetzt wird, ist es unsere Absicht mit diesem Buch politisch notwendiges Wissen über die EU zugänglich zu machen. Als Abschluss der von „Jugend für Europa“ geförderten Kampagne „Die Sterne zum Tanzen bringen“ soll diese Buch Diskussionen und Diskussionsergebnisse aufzeichnen und zu vielen Themen eine Vertiefung bieten.
Hierbei wird keine inhaltliche Einheitsposition dargestellt, sondern unterschiedliche progressive politische Ansätze präsentiert, um ein breites Spektrum verschiedener Herangehensweisen und Themenfelder abzubilden. Die wissenschaftliche Erforschung Europas soll für die Meinungs- und Strategiebildung in der Linken zugänglich gemacht werden, um so Wissenschaft und außeruniversitäre politische Praxis miteinander zu verknüpfen. Dies drückt sich in den verschiedenen Schwerpunkten dieses Buches aus. Autor_innen aus Wissenschaftsbetrieb, Gewerkschaften und politischen Organisationen haben Beiträge für die fünf Kapitel verfasst.
Der Sammelband hat nicht den Anspruch, eine geschlossene Wahrheit anzubieten; Ebenso wenig erhebt er den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern will mit einer Auswahl verschiedener kritischer Perspektiven auf die EU einen Anfang machen. Im Bewusstsein um die Auslassungen wollen wir dieses Buch nicht als abgeschlossenes Projekt ansehen, sondern es im stetigen Prozess weiter entwickeln. Neue und aktuelle Texte können von uns und euch kontinuierlich auf unserer Homepage www.sternezumtanzenbringen.jdjl.org zur Verfügung gestellt werden. Dort finden sich auch die hier abgedruckten Artikel zum Download.





