Herausgegeben von JungdemokratInnen/Junge Linke
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Artikel

  • Vorwort

  • Musik zum Tanzen
  • 1. Vorneweg: Eine europäische Wurzelbehandlung

  • 0. Einleitung
  • 1. The state that I am in.
  • 2. Mit radikaler Demokratietheorie Kritik und Utopie formulieren
  • 3. Gegen das „Europa des Kapitals“ oder „nach den Sternen greifen“?
  • 4. Feministische Postkoloniale Theorie: Gender und (De-)Kolonisierungsprozesse
  • 2. Europa in Beziehungen

  • 0. Einleitung
  • 1. Lobbydschungel Brüssel
  • 2. Über die Unbestimmbarkeit des Raumes
  • 3. Der militärische Knüppel aus Brüssel
  • 4. Die zwei Gesichter des europäischen Umweltbewusstseins am Beispiel der Klima- und Energiepolitik
  • 3. Kämpfe um Arbeit und Bildung in der EU

  • 0. Einleitung
  • 1. Europäische Berufsbildungspolitik zwischen Lissabon, Brügge und Kopenhagen
  • 2. Zur Bedeutung des Bologna-Prozesses für die Reform des deutschen Hochschulsystems
  • 3. Die Geschlechterpolitik der EU
  • 4. Viking, Laval und Rüffert
  • 5. Diskriminieren mit und ohne EU
  • 4. no nation – no border?

  • 0. Einleitung
  • 1. NoBorder: Zur (Un)Möglichkeit transnationaler Solidarität
  • 2. Ein Europa der Grenzen
  • 5. big brothers evil mother

  • 0. Einleitung
  • 1. Das Stockholmer Programm
  • 2. Mobile Daten - begrenzte Kontrolle
  • Die Autor_innen

Die Autor_innen

Die Autor_innen

Redaktion

Friederike Boll studiert in Frankfurt/Main Rechtswissenschaften mit den Schwerpunkten Rechtstheorie und feministisches Recht. Bei JungdemokratInnen/ Junge Linke arbeitet sie in den Bereichen Geschlechterverhältnisse, Demokratie- und Rechtstheorie und im organisatorischen Bereich.

Dana Lüddemann beendet derzeit ihr Studium der Politikwissenschaft in Frankfurt/Main mit der Diplomarbeit „Geschätzte Kundinnen – Neoliberale Subjektivierung im Kontext von ‚Entwicklungspolitik‘“, worin sie sich kritisch mit dem neoliberalen Zugriff durch Mikrofinanzprogramme auf subalterne Frauen im globalen Süden auseinandersetzt. Entsprechend liegen ihre Schwerpunkte auf gouvernementalen Ansätzen und Postkolonialer Theorie.

Konrad Macholdt studiert in Frankfurt/Main Politikwissenschaften, Queer Theory und Postcolonial Studies. Bei JungdemokratInnen/Junge Linke ist er im Bereich Drogenpolitik und Postkoloniale Theorien aktiv. Er ist in der Redaktion der Zeitung von JD/JL „tendenz“.

Alex Wagner ist Politikwissenschaftler und promoviert in Frankfurt am Main zu transnationalem Handelsrecht aus Perspektive radikaler Demokratietheorie und materialistischer Internationaler Politischer Ökonomie. Er ist politisch aktiv im Bereich Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen.

Autor_innen

Nikita Dhawan hat eine Juniorprofessor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Schwerpunkt Gender/Postkoloniale Studien inne. Sie ist Direktorin und Mitbegründerin des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies und wirkt im Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse als Direktoriumsmitglied mit.

Pia Eberhardt arbeitet bei der lobbykritischen Organisation Corporate Europe Observatory (www.corporateeurope.org) in Brüssel. Dort beschäftigt sie sich vor allem mit dem Einfluss von Kapitalinteressen auf die europäische Handelspolitik.

Anita Fischer, Goethe-Uni Frankfurt, Promoventin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Schwerpunkt: Staat, EU, Geschlechterverhältnisse und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.

Michael Fütterer studiert Politik- und Rechtswissenschaften in Frankfurt. Er ist aktiv bei der ver.di Jugend Hessen und im Bundesfachbereichsvorstand „Bildung, Forschung, Wissenschaft“ von ver.di. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Gewerkschafts- und (Aus-)bildungspolitik in Europa.

Michael Haid ist im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung.

Mathis Heinrich, derzeit Doktorand in Soziologie an der Lancaster University (UK) zum Thema Kulturelle Politische Ökonomie des Europäischen Geld- und Finanzkrisenmanagements. Diplom in Politikwissenschaft und VWL an der Philipps-Universität Marburg (2010) mit den Schwerpunkten Internationale Politische Ökonomie, Europäische Integration und kritische Gesellschaftstheorie. Mitglied der „Forschungsgruppe Europäische Integration“ der Uni Marburg, des „Cultural Political Economy Research Cluster“ der Uni Lancaster und Attac Deutschlands.

Nikolai Huke studierte Sozialkunde und Deutsch an der Philipps-Universität Marburg. In seiner Abschlussarbeit untersuchte er die Auswirkungen unterschiedlicher diskursiver Formationen auf die Kräfteverhältnisse in der europäischen Migrationspolitik (FEI, Marburg, 2010). Seit November 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg und Mitglied des Forschungsprojekts „Staatsprojekt Europa“ am Institut für Sozialforschung Frankfurt. Seine 2010 begonnene Promotion setzt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Hegemoniekrise der wettbewerbsstaatlichen europäischen Integrationsweise und der Entstehung europäischer Staatlichkeit auseinander.

Bernd Kasparek forscht zu den Transformationen des europäischen Grenzregimes. Er ist im Vorstand von bordermonitoring.eu und aktiv in den Netzwerken welcome to europe und Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung. Zusammen mit Sabine Hess hat er das Buch Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa, erschienen 2010 bei Assoziation A, herausgegeben.

Anna Krämer studierte Politikwissenschaft, sowie frankophone und hispanophone Literaturen in Frankfurt und Caracas. Derzeit promoviert sie bei Nikita Dhawan in Politikwissenschaft. Forschungsinteressen sind postkoloniale Theorien, Fragen der Repräsentation, materialistische Staatstheorie und Staatlichkeiten in Afrika.

Andre Kremer ist Sozialarbeiter & Soziologe, freiberuflicher Referent in der politischen und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind Rassismus, Kolonialismus und die kritische Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Fragestellungen.

Maria do Mar Castro Varela ist Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin mit den Schwerpunkten Postkoloniale Theorie, Konsequenzen historischer Gewalt, Holocaust Studies, Migration, Kultur und Sprache und interessiert sich zudem für gender und queer studies.

Frank Meyer hat in Leipzig Geographie studiert und bereitet derzeit seine Promotion zum Thema der Reorganisation sozialer Praktiken unter Krisenbedingungen vor. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Sozial- und Politischen Geographie, dem politischen System in Europa, der Grenzforschung sowie Methoden der Sozialgeographie. Diplom-Geograph; E-Mail: frank_meyer_geoleipzig@gmx.net

Arno Neuber ist im Beistand der Informationsstelle Militarisierung.

Philip Rusche arbeitet gerade nicht, lebt dafür aber um so mehr in Berlin.

David Schommer* ist freier Fotograf und Studierender der Soziologie in Frankfurt am Main mit Schwerpunkt auf postkoloniale Theorien und Visual Culture.

Felix Silomon-Pflug hat Politikwissenschaften in Frankfurt studiert. Seine Diplomarbeit »Gouvernementale Regierung (in) der Hochschule des 21. Jahrhunderts« ist 2010 im BdWi-Verlag erschienen. Er ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangeographie an der Goethe Universität, Frankfurt und arbeitet im Rahmen des DFG-Verbundprojekts „Neuordnungen des Städtischen im neoliberalen Zeitalter“ zur Restrukturierung städtischer Verwaltungen und deren Auswirkungen auf die öffentliche Liegenschaftsverwaltung. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, inwieweit Konflikte, Wechselwirkungen und Brüche bei der ortsspezifischen Adaption global verfügbarer Policies auftreten.

Eric Töpfer arbeitet als Politikwissenschaftler für die britische Bürgerrechtsorganisation „Statewatch“ (www.statewatch.org) und ist Redakteur der Zeitschrift „Bürgerrechte&Polizei/CILIP“ (www.cilip.de). Kontakt: toepfer@emato.de

Jens Thudichum forscht zu Demokratietheorie im Anschluss an Ingeborg Maus.

Christine Wicht, geb. 1960 in Hannover, Betriebswirtin, lebt als freie Autorin in München.

Dr.in Stefanie Wöhl ist Universitätsassistentin und stv. Institutsvorständin am Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien. Sie ist Autorin des 2007 erschienen Buches: Mainstreaming Gender? Widersprüche europäischer und nationalstaatlicher Geschlechterpolitik, Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag.

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Glossar
autonom/Autonomie
Selbstbestimmt oder auch selbstverwaltet. Autonomie wird als die Möglichkeit des Menschen bestimmt, sich durch sich selbst in seiner Eigenschaft als Vernunftwesen zu bestimmen.
Differenz
Unterscheidung bzw. Unterschied
Direkte Demokratie
Verfahren als auch ein politisches System, in dem die stimmberechtigte Bevölkerung unmittelbar über politische Sachfragen abstimmt.
Diskurs
(Institutionalisierte) Gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Bedeutung von Begriffen und Ereignissen, die das Handeln der Menschen beeinflussen.
(Sicherer) Drittstaat
Staaten, die nicht Vertragspartei oder Mitgliedstaat irgendeines gegenseitigen Abkommens mindestens zweier (anderer) Staaten oder staatsähnlicher Gebilde wie der Europäischen Union sind. Die EU unterscheidet zwischen positiven und negativen Drittstaaten, wodurch die Angehören dieser Staaten entweder visafrei einreisen können oder letztere nur nach vorher beantragter und erteilter Genehmigung in den Schengen-Raum dürfen. Mit „Sicherer Drittstaat“ werden in Deutschland all jene Staaten auf der Welt bezeichnet, die die Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten gewährleisten. Menschen, die aus oder durch diese Staaten einreisen,können i.d.R.in Deutschland keinAsyl beantragen und werden in den Drittstaat oder ihr Herkunftsland zurück abgeschoben. Deutschland und die EU sind quasi umgeben von solchen Staaten.
Egalitarismus
Ethische, politische, ökonomische oder sozialpolitische Position, die durch Herstellung von Gleichheit die Widersprüche einer Gesellschaft aufzulösen versucht. Innerhalb des Egalitarismus gibt es unterschiedliche Strategien, dies zu erreichen: a) durch Gleichheit des persönlichen Besitzes, b) durch Gleichheit der Chancen für jedes Individuum in der Gesellschaft und c) durch die Aufhebung des Eigentums an Produktionsmitteln und die Verteilung der Güter nach dem Prinzip, die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen.
Europäische Kommission
Supranationales Organ der Europäischen Union, das exekutiv Aufgaben wahrnimmt. Die Kommission besitzt das alleinige Initiativrecht für die EU-Rechtsetzung, überwacht die Einhaltung des Europarechts durch die EU-Mitgliedstaaten und kann gegebenenfalls Klage beim Europäischen Gerichtshof erheben. Jede Regierung eines Mitgliedstaates nominiert ein Mitglied der Kommission, den_die EU-Kommissar_in, mit jeweiligem politischen Sachgebiet. Die so gebildete gesamte Kommission muss vom Europäischen Parlament bestätigt werden, bevor sie vom Europäischen Rat ernannt wird.
Europäischer Rat
Gremium der Staats- und Regierungschefs der EU, die sich mindestens zweimal pro Halbjahr treffen, dem sog. EU-Gipfel. Der Europäische Rat ist nicht direkt an der alltäglichen Rechtsetzung der EU beteiligt, sondern dient als übergeordnete Institution dazu, die Kompromisse zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten zu finden.
eurozentristisch/Eurozentrismus
Beurteilung inner- und außereuropäischer Ereignisse unter dem Maßstab der in Europa wirkmächtigen Werte und Normen, die als zivilisiert dargestellt werden. Europa wird häufig verdeckt zum alleinige Zentrum des Denkens und Handelns erhoben, andere Perspektiven werden (z.T. gewaltvoll) herabgewürdigt.
Formaldemokratisch
Festgeschriebene (in Gesetzen und/oder Verfassung) Verfahrensregeln, die eine demokratische Beteiligung ermöglichen sollen. Formaldemokratische Ansätze legen in ihrem Demokratieverständnis einen Schwerpunkt auf das Einhalten von solchen Verfahrensrechten als Voraussetzung für demokratische Ergebnisse. Nicht der „richtige“ Inhalt macht das Ergebnis demokratisch, sondern die gleiche Einflussmöglichkeit aller auf den Inhalt des Ergebnisses.
Grenzregime
Gesamtheit aller institutionellen, administrativen, legislativen und technischen Maßnahmen und Einrichtungen der Grenzsicherung und -kontrolle und auch der Gesetze zur Verhaltensregulierung von Migrant_innen innerhalb eines Staates.
Hierarchisierung
Einteilung oder Einordnung von Menschen (oder Objekten) in eine Rangfolge, die diese bewertet. Oftmals erfolgt diese Einteilung entlang von Kategorien (z.B. Geschlecht oder „Rasse“) mit entgegengesetzten Polen (z.B. Mann – Frau oder Weiß – Nicht-Weiß/ Farbig), mit denen bereits eine Privilegierung der einen Seite bzw. eine Unterordnung der „anderen“ Seite verbunden ist.
heteronormativ/Heteronormativität
Setzt die Heterosexualität als generelle soziale Norm, dabei wird unhinterfragt von einem ausschließlich binärem (zweiteiligem) Geschlechtssystem ausgegangen, in welchem das biologische Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung für jeden gleichgesetzt wird.
Intergouvernemental
Regierungszusammenarbeit zwischen Staaten innerhalb internationaler Organisationen. Sie bedarf, im Unterschied zur supranationalen Integration, der Einstimmigkeit unter den teilnehmenden Ländern. Institutionelles Beispiel in der EU sind Entscheidungen des Rates (->) zur Außen- und Sicherheitsfrage.
International
Beziehung zwischen Staaten (und deren Institutionen), etwa durch Abkommen und andere Formen, die über die Staatsgrenzen hinaus Geltung haben.
Multilateral
Kooperatives, prinzipiell gleichberechtigtes gemeinsames Handeln mehrerer Staaten, das häufig in Verträgen mündet, beispielsweise Handels- und Umweltabkommen (WTO, Kyoto-Protokoll), oder der Staatenverbände der EU und der Vereinten Nationen.
multiskalar
Mit dem Attribut „multi-skalar“ wird das Vorhandensein einer hierarchischen Ordnung gleicher Elemente auf verschiedenen Maßstabsebenen bezeichnet. Dieses Ordnungsprinzip gehorcht einer fraktalen Logik, die auf einer Kaskade ähnlicher Elemente auf verschiedenen Maßstabsebenen, d. h. verschiedenen Ebenen von Detailgenauigkeit basiert.“
Normativ/Normativität
Bewertungen, die vorgeben wie etwas sein soll, was erstrebenswert ist. Damit verbunden sind häufig moralische Urteile, ob etwas gut oder böse ist oder welche Handlungen geboten sind.
paternalistisch/Paternalismus
Autoritäre oder gegen den Willen einer Person gerichtete Handlungen, die aber vermeintlich auf deren Wohl ausgerichtet sind.
Rat der Europäischen Union/Ministerrat/EU-Ministerrat/Rat
Organ der Europäischen Union, das zusammen mit dem Europäischen Parlament die Rechtsetzung der Europäischen Union ausübt. Der Rat ist ein einheitliches Organ, tagt jedoch gebunden an die jeweilig zu behandelnden Themen und Politikfelder in unterschiedlicher Zusammensetzung, d.h. der_die jeweilige Minister_in eines Mitgliedstaates nimmt an der Sitzung teil und ist befugt, für seine_ihre jeweilige Regierung verbindlich zu handeln und abzustimmen. Daneben dient der Rat zur Abstimmung und Koordinierung der Regierungen in den Politikbereichen, die konsensuell (intergouvernemental) beschlossen werden müssen im Europäischen Rat.
Rätedemokratie
Politisches System, in dem die Herrschaft von der Bevölkerung über direkt gewählte Räte ausgeübt wird. Die Wähler sind in Basiseinheiten organisiert, beispielsweise die Arbeiter eines Betriebs oder die Bewohner eines Bezirks. Sie entsenden direkt die Räte als öffentliche Funktionsträger, welche Gesetzgeber, Regierung und Gerichte in einem bilden. Sie sind der Basis direkt verpflichtet, an ihre Weisungen gebunden und jederzeit abrufbar.
Subalterne
Menschen, die sozial, politisch und geographisch in unterschiedlicher Weise durch hegemoniale („vorherrschende“) Machtstrukturen, an denen sie nicht beteiligt sind, marginalisiert und ausgegrenzt werden. Der Begriff geht auf den italienischen Philosophen Antonio Gramsci zurück und wird aktuell von diversen postkolonialen Theoretiker_innen aufgegriffen, um die Position von ausgegrenzten Menschen aus und im globalen Süden (v.a. von Frauen) zu beschreiben.
Subjektivierung
Historisch und gesellschaftlich geprägte Vorstellung von Individuen, ihrer Verhaltens- und Denkweisen sowie Bedürfnissen. Die Verwendung des Begriffs „Subjekt“ und „Subjektivierung“ wendet sich gegen Vorstellungen, dass Menschen von Natur aus so und so sind. Subjektivierung betont, dass Menschen als Personen erst durch die Gesellschaft und durch soziales Miteinander-leben so und so werden. Es lenkt den Blick darauf, dass nicht Hormone, Gene oder natürliche Triebe „uns“ ausmachen, sondern „wir“ Ergebnis gesellschaftlicher Machtverhältnisse sind.
Supranational
Überstaatlich; Verlagerung rechtlicher Zuständigkeiten mehrerer Staaten von der eigenen nationalstaatlichen Ebene auf eine höher stehende gemeinsame Institution. Beispiel sind die Organe der EU, die nach Mehrheitsprinzip Entscheidungen treffen.
Transnational
Beziehungen zwischen Menschen und/oder Akteur_innen aus verschiedenen Staaten, etwa kulturelle, wirtschaftliche oder politische. Nicht jedoch die Beziehungen zwischen verschiedenen Staaten (und deren Institutionen), das wäre international (->).
Volk
Eine spezifische Menge von Menschen, denen unterschiedliche Gemeinsamkeiten zugeschrieben werden. Im politischen Sinne wird von Staatsvolk (demos) gesprochen und bezieht sich unbeachtet kultureller und ethnischer Zuordnungen auf die Staatsangehörigen eines Völkerrechtssubjekts (Staat).

herausgegeben von:

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gefördert von:

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